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In der germanischen Mythologie ist Niflheim1 das im Norden gelegene, von ewiger Nacht bedeckte Land grimmer Kälte.2

Wie das im Süden gelegene Muspelheim, das Land des Feuers, ist Niflheim ein Pol des alten Chaos, lange vor der Erde Schöpfung entstanden. Getrennt werden beide Länder durch Ginnûngagap, die Kluft der Klüfte.3

In der Mitte Niflheims liegt der Quell Hvergelmir, aus dem zwölf Flüsse entspringen, Elivâgar genannt. Weit von ihrer Quelle ergossen sich die Flüsse nach Ginnûngagap und erstarrten dort zu Eis. Dieses Eis, geschmolzen durch Funken aus Muspelheim bedang das Werden der Welt.4

Fußnoten

  1. Der Name Niflheim, wenn auch nicht die zugrundeliegende Vorstellung, stammt vermutlich erst von Snorri Sturluson, *1179, †1241.5
  2. Jacob Grimm, Deutsche Mythologie, Kapitel XIX, Wiesbaden 1835.
  3. Jacob Grimm, Kapitel XIX, a.a.O. und auch Karl Simrock, Die Edda, Gylfaginnîng 4 und 5 (Jüngere Edda), Stuttgart 1878.
  4. Jacob Grimm, Kapitel XIX, a.a.O. und Karl Simrock, Gylfaginnîng 5 (Jüngere Edda), a.a.O..
  5. Rudolf Simek, Lexikon der germanischen Mythologie, Stichwort Niflheim , Stuttgart 2006